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22. Dezember 2015

Der bisherige EU-Emissionshandel ist ein Desaster

Der Klimagipfel in Paris ist vorbei, im Nachgang gibt es nicht nur positive Stimmen. Nörgler wird es immer geben, aber die Chancen auf ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Klimaschutz und eine starke Reduktion des Verbrauchs von fossilen Energieträgern.

Die vielgelobte deutsche Energiewende vergisst bisher leider die Effizienz und konzentriert sich bei den erneuerbaren Energien auf den Stromsektor. Es wird völlig vernachlässigt, dass in Summe mehr fossile Energie für andere Zwecke eingesetzt wird als zur Stromerzeugung: zum Heizen etwa, im Verkehr, zur Herstellung von Kunststoffen oder Mineraldünger. In all diesen Bereichen geschieht politisch nichts.

Der bisherige EU-Emissionshandel ist ein Desaster, weil absolut gesehen zu viele Emissionen erlaubt werden und wichtige Bereiche – etwa Gebäudewärme, Verkehr und Ernährung – komplett aus dem Emissionshandel ausgeklammert sind. Damit verlagern wir potenziell Emissionen in andere Bereiche und in andere Länder. Der Emissionshandel müsste deshalb alle fossilen Brennstoffe abdecken und strenge Reduktionsziele haben, idealerweise weltweit. Fossile Brennstoffe bei Strom, Wärme, Treibstoff und den vielen stofflichen Nutzungen würden so durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz ersetzt – und durch Verhaltensänderungen, wenn allein die technischen Neuerungen nicht ausreichen.

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